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Eigentlich mag ich den inflationären Gebrauch von Anglizismen gar nicht. Aber dass man im Englischen ein scharfes Gewürz als hot, also als heiß bezeichnet, beschreibt doch sehr eingänglich, was man empfindet, wenn man in einen Chili beißt – und das wollte ich fotografisch umsetzen.

Als Hintergrund wählte ich eine zur Hohlkehle geformte schwarze Kunststoffplatte, darüber hängte ich einen Studioblitz mit einer kleinen Softbox.
Um den Gegensatz zwischen heiß und kalt noch sinnbildlicher darzustellen, würde der Chili selbst (ein frisches, makelloses Exemplar) auf ein paar Eiswürfeln platziert werden. Als Untergrund diente dabei eine rustikale Schieferplatte, die zudem die Kunststoffplatte vor dem Anbrennen schützen sollte.

Hinter dem Chili versteckt wurde ein mit Brennspiritus getränkter schmaler Wattebausch arrangiert. Nun brennt Spiritus aber eigentlich mit einer fast farblosen Flamme. Um sie besser sichtbar zu machen und heißer erscheinen zu lassen, bestreute ich den Wattebausch vor dem Entzünden mit etwas Kochsalz (altes Wissen aus dem Chemieunterricht…).2020-03-29_Klaus_Berkefeld_Hot Chili_Making-of

Nachdem dieses Arrangement stand, klärte ich anhand einiger Versuchsaufnahmen, wie stark der Blitz eingestellt sein durfte, ohne die Flamme zu überstrahlen. Zudem zeigte sich dabei, dass ein Polfilter notwendig wurde, um die Reflektionen auf dem Hintergrund zu reduzieren, denn auch sie hätten die Flamme sonst überstrahlt. Ein Aufheller von vorn vervollständigte schließlich den Aufbau.
Erst jetzt kamen die Eiswürfel zum Einsatz, und sie begannen sofort zu schmelzen. Gar nicht so einfach, auf diesem zunehmend rutschigen Untergrund den Chili gerade ausgerichtet zu fixieren. Aber nach einer schnellen Serie von Aufnahmen mit verschiedenen Blendenstufen war schließlich das heiße Bild im Kasten.

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