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Unser Clubabend am 01.04.19 hatte zwei große Schwerpunkte. Zum einen gab es unsere jährliche Mitgliederversammlung und zum anderen einen spannenden Vortrag von Georg Schwinn, der seit vielen Jahren beim Landeskriminalamt arbeitet und dort zuständig ist für die sog. Fotogrammetrie 
 
Fotogrammetrie ist die fotografische räumliche Erfassung eines Unfallorts oder Tatorts, ohne diesen zu betreten und damit zu verändern. Schließlich gilt es, dort noch Spuren zu sichern. 1979 gab es die ersten Stereokameras in den Polizeidienststellen und das dazu passende Auswertungsgerät in Mainz, berichtete er. Damit war es möglich, Ereignisorte präzise zu vermessen und für die Ermittlungen räumlich nachvollziehbar zu dokumentieren. Nach und nach verbesserte sich die Technik bis hin zur digitalen Laser-Erfassung, die nur noch wenige Minuten dauert. Das lange Warten auf die entwickelten Filme ist zwar nicht mehr nötig, aber auch ein moderner Rechner ist durchaus noch Stunden mit der Verarbeitung der immensen Datenflut beschäftigt.  Inzwischen können auch 3-D-Szenarien erstellt werden, in denen präzise Vermessungen möglich sind und die exakte Lage einzelner Gegenstände am Rechner rekonstruiert werden kann.
 
Anhand teilweise originaler und für uns Laien drastischer Tatortbilder und Diagramme beschrieb Georg Schwinn anschaulich seine Arbeit und die Entwicklung der Fotogrammetrie. So bekamen wir anonymisierte Fotos zu sehen von Sprengstoffattentaten, Flugzeugabstürzen, Bränden, Morden und Verkehrsunfällen. Und erlebten mit, wie aus den vielen Tatortfotos fertige Zeichnungen und auch Computeranimationen über den möglichen Tathergang entstehen. In seiner Freizeit nimmt Georg Schwinn jedoch eher selten die Kamera in die Hand. Das übernimmt dann seine Frau (die ebenfalls bei uns zu Gast war) und fotografiert ihn bei seinem Hobby, dem Windsurfen.
 
Seine Tätigkeit hat zwar nichts mit der klassischen künstlerischen Bildgestaltung zu tun, mit der wir uns ansonsten beschäftigen, aber trotzdem war es ein sehr spannender Vortragsabend. Denn Fotografieren hat viele Facetten. Eine davon stellte er uns eindrucksvoll vor: möglichst genau zu dokumentieren, was ein Tatort hergibt, auch um akribische Ursachenforschung betreiben und Tathergänge rekonstruieren zu können.

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