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2018_Sinsheim_Thomas__BartschEs ist ein eiskalter Sonntagmorgen. Genau das Richtige um drinnen zu bleiben und sich im Warmen zu beschäftigen. Aber nein! Manche können es nicht lassen und wollen auch bei einem so schönen Wetter und gerade dann, mit dem Fotoapparat unterwegs sein. Die Acht des Fotoclubs Mainz, die sich auf den Weg nach Sinsheim gemacht haben gehören zu dieser Spezies. Nun sagen Bodenständige: oh, die lange Fahrt und die Verkehrsgeschädigten: oh, der viele Verkehr. Die Glücklichen aber wagen sich auf die Straße und fahren los. Der Weg kann ein Teil des Ziels sein und mit den entsprechenden Gesprächen verkürzt werden.

Das Technikmuseum in Sinsheim war das Ziel. Nun denkt man, dass Technik etwas für männliche Wesen wäre und das war auch ein bisschen der Fall. Denn nur zwei weibliche Wesen waren mit von der Partie. Jedoch es waren Hardcore Fotografinnen, die es nicht gescheut haben, ein Stativ mit zu bringen, im Gegensatz zum Schreiber, der zu faul ist und deshalb unscharfe Fotos in Kauf nimmt.

Für alle, die dem Fotoapparat etwas zumuten wollen, ist das Technikmuseum eine Fundgrube. Wie schon angedeutet, ist es nicht falsch, ein Stativ, wenn auch klein oder einbeinig, zu benutzen. Man muss aber dazu die "Ruhe" haben, denn man ist nicht allein im Museum und zumindest wird der Fotograf mit Stativ bestaunt. Wenn auch diskret. Des weiteren sind mehrere Accus nicht verkehrt, so wie man früher mehrere Filme einpacken musste. 

Außer den Kleineren ist die überwiegende Zahl der Besucher nicht vom Fotoclub Mainz aber ebenfalls fotografisch unterwegs und zwar mit dem Smartphone. An Farben und Formen ist ja auch kein Mangel. Wer Interesse an blanker Technik hat, kann sich an den Dampfmaschinen in allen Formen ergötzen. Lokomotiven, die auf Schienen stehen und solche, die auf Straßen oder auch einfach nur in der Gegend umherfahren konnten, riesig groß und handlich klein, alles ist vorhanden. 

Halsketten sind keine zu finden, dafür aber untragbare Panzerketten, die allein durch ihre Größe schon das Gemüt erschüttern. Wem das noch nicht genügt, kann sich die Motorgeräusche und den Geschützdonner vorspielen lassen. Kostet nur einen Euro. Auch die verschiedensten Orgeln sind in Betrieb zu nehmen. Was dem Einen oder Anderen zu gefallen scheint, denn es war des Öfteren zu hören. Wenn der kleine Hunger kommt kann man "snacken". Wir vom Fotoclub haben danach ein Gruppenfoto gemacht. Acht Personen gehen leicht auf ein Foto. Dann waren wir wieder voller Tatendrang. 

Der ernsthaften Fotografin und dem männlichen Pendant  ist zu empfehlen, wie oben schon erwähnt, mit einem guten "Stützpunkt" zu arbeiten denn es gibt im Technikmuseum ganz dunkle Ecken. Man könnte dort Scheinwerfer aufstellen. Was würde die Aufsicht (die, wenn sie vorhanden war, sich sehr unauffällig verhalten hat) dazu meinen? Nebenbei: es ist auch kurzweilig zu beobachten, wenn Exponate beobachtet werden. Leider darf man dies nicht fotografieren, auch wenn es sich bei wirklich interessanten Objekten meistens um Kinder handelt. 

Die "Freiluftveranstaltung" war stark unterkühlt, nichtsdestotrotz notwendig und erforderlich. Ein Flugzeug wie die Concorde gibt es nur noch in der Tupolev TU-144. Wobei nach Google die Tupolevs früher als die Concordes in der Luft waren. Interessant sind sie Beide von außen durch ihre futuristischen Formen. Indes, die Innereien mit den vielen Schaltern und Manometern sind für Flieger bestimmt. Steht man davor, sind nur noch Zähler, Messer, Zeiger, Schalter und Hebelchen zu sehen. Dies allerdings ist nicht ganz leicht, weil eine vertatschte und zerkratzte Plexiglasscheibe alles vor langen Fingern schützt, und damit auch vor guter Sicht. (Keiner von uns wollte allerdings einen Höhenmesser ablesen.)

Und unter den Fliegern in der Halle die ausgestellten Oldtimerautos und Sonderkonstruktionen!  Da hüpft der Fotografin und dem Fotografen das Herz. Diese lustvoll schwungvollen Formen. Solche knalligen Farben. Der hochglänzend polierte Lack! Verglichen mit den Sportwagen von heute, eigentlich lahme Renner, aber schwungvoll gebaut und ohne Werbung. Die schweren Limousinen, die sogar 3-achsig ausstaffiert werden mussten, weil bleischwer. Die notwendigen Reifen findet man heutzutage nur an Lastwagen. Uninteressant wer schon alles darin gefahren ist, aber trotzdem  bemerkenswert, welche Schelme sich solche Karossen geleistet haben. Insofern hat sich die Welt noch nicht geändert.!?

Eisenbahnromantiker können sich an deutschen und österreichischen Krokodilen ergötzen und wer keinen Platz für seinen VW-Käfer im Wohnzimmer hat, kann sich an das Presswerk wenden mit dem die Museumsleitung in Verbindung steht. Wenn man diesen Klotz gesehen hat, kann es sein, dass die Müdigkeit einen zum Rückzug drängt. Beim nächsten Besuch wird dann das alles aufgewaschen, was beim ersten Besuch zu kurz kam. Sinsheim ist eine Reise wert. - Auch für FotografInnen.
 

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