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2017 Wissembourg Thomas BartschAm Samstag, dem 21. Oktober 2017, war es so weit. Vier aus dem Fotoclub, Jutta, Heimo, Thomas und meine Wenigkeit, wagten es, trotz weniger aufbauenden Wettervorhersagen, sich auf den Weg nach Wissembourg zu machen. Wissembourg, die kleine Stadt im Elsass, an der Grenze zur Pfalz, hat um die achttausend Einwohner - nach Google - und ist zu Fuß in kurzer Zeit zu durchlaufen. Bei Fotoenthusiast-Innen dauert das allerdings doch etwas länger. Schuld daran ist die Tatsache, dass es unendlich Vieles zu sehen und auf ein Foto zu bannen gibt. Egal an welchem  Ende der Stadt man anfängt - oder soll man sagen: an welchem Anfang? - Ein Foto kann, ja muss fast auf Schritt und Tritt gemacht werden. 

Es fängt schon an mit den lieblichen Fachwerkhäuschen, die sich da und dort an große stattliche Renaissancegebäude schmiegen. Wie auch die Reiseführer in Druck und Internet alle berichten, sind die "Maison" sehr beachtlich. Geschmackvoll hergestellte Fensterrahmen hier, eine bemalte Hausfassade dort. Skulpturen in den Sandsteinrahmen gehauen und solche in die Holzrahmen geschnitzt. Bis zu den Dächern werden die Gebäude ausgenutzt. Die gewaltigen Ziegellandschaften sind durch viele Gauben unterbrochen, die Luft in das Dachgeschoß lassen, um die Ernte in Trockenheit aufbewahren zu können.  

In dieser Kulisse umrundeten wir Vier die Kirche St. Peter und Paul, die irgendwie den Mittelpunkt der Stadt ausmacht. Immerfort auf der Suche nach dem Motiv, das alles in den Schatten stellt. Apropos Schatten. Da war keiner! Es war doch herzlich trüb, oder war das herbstlich trüb? Wie auch immer: wir hatten großes Glück, denn Regen kam erst auf dem Heimweg. In der Zwischenzeit waren wir gewissermaßen voll beschäftigt, sodass sich Hunger einstellte, der mit einer französischen Mahlzeit gestillt werden musste, was dort, wo Gott lebt, nicht schwer ist.

Nach der Stärkung konnten wir uns wieder der Motivsuche widmen, was sich an und über der Lauter leicht machen lässt. Das Flüsschen ist so eingeengt durch die Bebauung, dass bei Hochwasser evtl. die Küche auf jeden Fall fließendes Wasser hat, auch ohne Leitung. Die Häuserwinkel und die Fußgängerbrückchen, die das überqueren der Lauter an verschiedenen Stellen ermöglichen, sind so liebevoll geschmückt, dass man Schiefes gerade sein lässt. Diese Idylle findet man nicht an vielen Orten. Schwimmen in der Lauter ist wahr-scheinlich nicht die Lust der Wissembourger und mit dem Kanu befahren ist auch sehr beschwerlich, weil einige Stufen zu überqueren wären, die das Kanu fahren verleiden. Wir haben uns das schönere Hobby ausgesucht und fotografieren nach Herzenslust kleine Stromschnellen, Wehre und an manchen Stellen könnte man fast Wasserfälle sagen. 

Die Kathedrale St. Peter und Paul steht, wie gesagt, mitten in der Stadt und erscheint oft im Hintergrund eines Motivs. Die Bebauung lässt es leider nicht zu, sie als einziges Motiv auf ein Foto zu bannen. Wir wissen alle, dass Weitwinkel das Motiv verzerren. Und mit dem gebührenden Ab-stand haben sich schon wieder schöne kleine Häuschen, Mauern mit reizenden Einlässen und sonstiges ins Bild geschlichen.2017 Wissembourg 2 Thomas Bartsch

Wissembourg, das kleine Grenzstädtchen bietet viel Kurzweil durch seine Architek-tur. Leider ist der Durchgangsverkehr noch nicht komplett aus den Straßen gedrängt. Dies müssen zur Zeit noch die Massen an Touristen besorgen, die die Straßen so stark bevölkern, dass ein Fahren kaum möglich ist. Gut für die Fotografierenden, die mitten auf der Straße stehen und nicht auf den Verkehr achten. Uns hat kein Auto überfahren. Wir sind heil nach Hause gekommen und haben unsere Fotos sichern können. Eine kleine Auswahl davon werden wir vorzeigen dürfen und freuen uns, wenn diese Gefallen findet.

Zitate

Wahrlich sind alle Fotografien Selbstportraits.
Opalenik, Elizabeth

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